URLAUB AUF NACHBARS BALKONIEN

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Zuhause bleiben, während andere in den Urlaub fahren, ist selten angenehm. Gehen in dieser Zeit auch noch viele Fremde im eigenen Haus ein und aus, vollbepackt mit Koffern, stößt dies bei vielen Wohnungseigentümern auf Unmut. Was es damit auf sich hat ist einfach – eine Wohnung wurde auf Airbnb vermietet.


WIE EIN EINHEIMISCHER LEBEN
Airbnb und ähnliche Services erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – so sind diese gerade in Top-Destinationen oft günstiger als Hotels. Ein weiterer Vorteil ist, dass man wie ein Einheimischer lebt und sich so zumindest dem Glauben hingeben kann, doch kein klassischer Tourist zu sein. Daher sind Wohnungseigentümer immer wieder versucht, ihre Wohnungen auf diesen Plattformen anzubieten, weil es zahlreiche Vorteile hat: Die Verdienstmöglichkeiten sind größer als mit einem klassischen Mieter, das Mietverhältnis unterliegt weit weniger strengen gesetzlichen Regelungen und die Wohnung kann für kürzere Zeit vermietet werden.


TOURISTEN IN MEINEM HAUS
Das Geschäftsmodell findet aber nicht nur Gefallen, denn Nachbarn von Ferienwohnungen ist das ständige Kommen und Gehen von Fremden oft ein Dorn im Auge. Der Oberste Gerichtshof (5 Ob 59/14h) zeigte sich solidarisch und bejahte die Frage, ob andere Wohnungseigentümer durch die Urlaubsvermietung gestört und in ihren schutzwürdigen Interessen verletzt werden. Ein Wohnungseigentümer, der seine Wohnung ohne Zustimmung sämtlicher anderer Wohnungseigentümer an Urlaubsgäste vermietet, kann daher von diesen erfolgreich auf Unterlassung geklagt werden.


DIE EIGENE WOHNUNG ANBIETEN
Gibt es im Wohnungseigentumsvertrag keine Regelung, dass die Wohnung auch an Urlaubsgäste vermietet werden darf, muss die Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer eingeholt werden. Davon betroffen sind praktisch vor allem Wohnungen, die wiederholt kurzfristig vermietet und über eine Plattform wie Airbnb angeboten werden.


BEIM NEUKAUF VEREINBAREN
Plant man eine Wohnung neu zu kaufen, ist es jedenfalls ratsam, auch die Möglichkeit einer touristischen Nutzung im Wohnungseigentumsvertrag ausdrücklich zu vereinbaren. Nicht vergessen: Wird eine Wohnung auf Airbnb vermietet, müssen auch Punkte wie Ortstaxe, Steuern und gegebenenfalls auch eine Gewerbeanmeldung geprüft werden.

 

Text: Mag. Katharina Bisset

 

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