GEFAHRENQUELLE SOCIAL-PLUGINS

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WAS SIND SOCIAL-PLUGINS?
Wer kennt sie nicht, die vielen Buttons der großen Sozialen Netzwerke, wie Facebook, Google+, Twitter (sogenannte
„Social-Plugins“), mit welchem der Webseitenbesucher („Nutzer“) durch einen Klick auf das "Gefällt mir", „Twitter“ oder „Empfehlen“-Symbol seine Freunde auf eine interessante Webseite aufmerksam machen kann.
Dieses Service ist einerseits für den Nutzer komfortabel und praktisch (da er die URL nicht kopieren muss) und hat
andererseits für den Webseiten-Betreiber den großen Vorteil, mehr Sichtbarkeit und damit höhere Zugriffszahlen und
Werbeeinnahmen zu generieren. Die Verwendung dieser Social-Plugins können für beide Seiten aber weitreichende
Konsequenzen haben:

FUNKTIONSWEISE VON PLUGINS
Die standardmäßig Verwendung findende Technik (Einbindung mittels sogenannten iFrame) sorgt nämlich dafür, dass es bereits bei einem Aufruf einer Webseite mit einem Social-Plugin automatisch zu einer Datenübertragung (dabei handelt es sich etwa um IP-Adresse, Datum/Uhrzeit des Besuchs, Seitenaufruf-Daten, Suchbegriffe, Besucher Aktivitäten auf der Webseite, Browser-History, Verweis-/Ausgangsseiten, etc.) an dieses Soziale-Netzwerk (auf Server in den USA) kommt. Der Nutzer muss dazu selbst nicht aktiv werden und auf den Button klicken. Ist der Nutzer bei einem Sozialen Netzwerk registriert, so kann dieser eindeutig identifiziert werden und somit zur Erhebung direkt personenbezogener Daten führen, für welche strenge datenschutzrechtliche Vorgaben nach dem Datenschutzgesetz und Telekommunikationsgesetz bestehen.

AUF WAS MUSS BEI VERWENDUNG GEACHTET WERDEN?
Für den Webseitenbetreiber bedeutet dies insbesondere die zwingende Beachtung umfangreicher Informationspflichten sowie die Verpflichtung zur Einholung einer Zustimmung des Nutzers, mit welcher sich dieser mit der Verwendung und auch der Übermittlung seiner Daten in die USA (aufgrund der EuGH-Entscheidung vom 06.10.2015, mit welcher die bislang geltende Safe-Harbor Regelung ungültig erklärt wurde) einverstanden erklärt. Verstöße können hohe Verwaltungsstrafen nach sich ziehen.
Besorgte Nutzer sollten darauf achten, nicht gleichzeitig beim Internet-Surfen bei einem Sozialen Netzwerk eingeloggt zu sein und vor allem auch nicht überhastet der Nutzung von Cookies zustimmen. Der solcherartigen Verwendung seiner personenbezogenen Daten kann der Nutzer zudem jederzeit widersprechen und im äußersten Fall auch den Zivilrechtsweg beschreiten. Sollten Sie Fragen zur rechtskonformen Gestaltung Ihrer Webseite haben oder Ihr Recht auf Datenschutz durchsetzen müssen, so helfen wir Ihnen gerne.


Text: Mag. Martin Boba

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